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Marius Liefold – ein Aushängeschild mit großem Wissensdurst

eingestellt von Cornelia Kuhlmey am 27. Januar 2016 | Kategorie: Allgemein

Marius Liefold – ein Aushängeschild mit großem Wissensdurst

Marius Liefold gehört zu den Menschen, für die der Tag gerne mehr als 24 Stunden haben könnte. Der Student der Fachhochschule Brandenburg ist an so vielen hochkarätigen Projekten beteiligt, dass einem Außenstehenden geradezu schwindlig werden kann. Dennoch schafft er es, den Überblick zu behalten. Nebenbei engagiert er sich sozial als Vizepräsident von Rotaract Brandenburg/Havel und will im August dieses Jahres den Master in der Vertiefung Medizininformatik in der Tasche haben.

Für Medizin hat sich Marius Liefold schon seit seiner Kindheit interessiert. Nach der Schule entschied er sich für eine Ausbildung zum Zahntechniker. Später sollte ein Zahnmedizinstudium folgen. Doch dazu kam es nicht. Ein Bekannter, der an der Fachhochschule in Brandenburg an der Havel als Dozent arbeitet, gab den entscheidenden Tipp. „Er erzählte mir vom Studiengang Medizininformatik“, berichtet Marius Liefold. Er informierte sich und war schnell begeistert. „Mediziner und Informatiker sprechen ihre eigenen Sprachen, Medizininformatiker bringen beides zusammen. Das ist ein Beruf mit hervorragenden Aussichten“, so der Brandenburger.

Aus der Begeisterung für den Studiengang wurde nach wenigen Wochen eine Begeisterung für die Fachhochschule. „Hier habe ich mehr Möglichkeiten, als ich ausschöpfen kann. Die Dozenten sind hervorragend, die Teams klein. Abgesehen davon haben wir für die Medizininformatik als einzige Hochschule Deutschlands eine direkte Kooperation mit einem Klinikum, in unserem Fall mit dem Städtischen Klinikum, nur wenige Meter von der FH entfernt“, berichtet Marius Liefold.

Er ist kein Mensch, der nur nimmt. Wo es geht, gibt er zurück. Und so ist der 29-Jährige, der sich im letzten Präsenzsemester seines Masters befindet, gleichzeitig an mehreren hochinteressanten Projekten beteiligt, wirbt bei Messen für seine Hochschule, hat an mehreren Imagefilmen mitgewirkt und hält sogar Vorträge bei hochrangigen Kongressen, wie dem Deutschen Krebskongress.

Doch wie kommt ein Student dazu, vor Ärzten und Wissenschaftlern zu referieren? Grund dafür sind Forschungen, die Marius Liefold parallel zum Studium betreibt. Er hat erkannt, dass die Dosierungen, die Patienten bei einer Chemotherapie bekommen, sehr ungenau sind. „Nur wenige Parameter werden zur Hand genommen, um die vermeintlich geeignete Dosis festzustellen. Das reicht nicht aus, um individuell zu therapieren“, sagt Marius Liefold. Die Arbeiten dazu fallen unter den wissenschaftlichen Titel „Automatisierte DNA-Doppelstranganalytik“ über die Foci-Diagnostik und lässt Mediziner derzeit aufhorchen.

Als wäre das nicht genug, hat der Student mit Kommilitonen und einem Dozenten einen Koffer entwickelt, der dazu beitragen könnte, die Müttersterblichkeit in besonders schwer betroffenen Gebieten wie der Sub-Sahara-Region zu senken. „Dort sterben prozentual hundertmal mehr Frauen bei der Geburt ihrer Kinder als in Deutschland“, weiß Marius Liefold. Seit Mitte des Jahres steht die Ausgründung im Visier. Mit Hilfe seines mobilen medizinischen Datenrekorders können vor Ort unter anderem Blutdruck, EKG, Blutzucker und Atmung erfasst und gespeichert werden. Erste Prototypen gehen Anfang 2016 nach Kamerun und Indien.

Marius Liefold leitet zusätzlich eine Studie zur Steigerung der Patientensicherheit in der Notaufnahme von Kliniken und hat bereits neun Publikationen zu seinen Forschungen veröffentlicht. Dennoch möchte er in diesem Sommer seinen Master in der Tasche haben. Kann das gutgehen? „Ich sehe dem jetzt etwas entspannter entgegen, denn ich habe nun erstmal eine Sorge weniger“, sagt Marius Liefold.

Letztes Jahr erhielt er nämlich die Zusage für das so genannte Deutschlandstipendium. Das bedeutet für ihn, ein Jahr lang jeden Monat 300 Euro extra. Die Informationen darüber erhielt er – wie alle Studenten – in einer E-Mail seiner Fachhochschule. Darin wurde erklärt, wie dieses Stipendium funktioniert. Beim Deutschlandstipendium gibt die Bundesregierung monatlich 150 Euro, die andere Hälfte übernehmen Unternehmen aus der Region oder auch Stiftungen. Bei Marius Liefold ist es die Jugend-, Kultur-, Sport- und Sozialstiftung (JKS) der Mittelbrandenburgischen Sparkasse (MBS).

Die Stiftung hat für insgesamt acht Studierende an Fachhochschulen und Universitäten für zwei Semester eine Art Patenschaft übernommen. „Mit dem Deutschlandstipendium werden Studierende unterstützt, die mit sehr guten Leistungen auffallen“, sagt Andreas Schulz, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung. Wie es nach dem Studium weitergehen soll, ist für Marius Liefold schon klar. „Ich werde weiter in der Forschung bleiben, am liebsten in der Region“, sagt er. „Es gibt noch viel zu tun.“

Info: Seit 2011 fördern der Bund und private Mittelgeber leistungsstarke und engagierte Studierende mit dem Deutschlandstipendium. Es ist das größte öffentlich-private Projekt im Bildungsbereich, das es in Deutschland je gab. 2014 erhielten 22.500 Studierende ein Deutschlandstipendium. Das sind 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit hat sich die Zahl der Stipendiaten seit Einführung stetig erhöht.

Bund und private Mittelgeber wie unsere Sparkassenstiftung übernehmen jeweils die Hälfte des Stipendienbetrags von 300 Euro pro Monat. Inzwischen beteiligen sich drei Viertel aller Hochschulen. Die Geldgeber können die Fördergelder als Spenden steuerlich geltend machen. Studierende bekommen in der Regel vor Semesterbeginn eine E-Mail mit Informationen zur Bewerbung.

Mehr Informationen findet Ihr auf der Website des Bundesministeriums für Forschung und Bildung: http://www.deutschlandstipendium.de/de/1685.php.

Foto: Stefan Specht

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